Kunstobjekte

Märchenhaft gut - Effingerhof


Am Anfang eines Projektes steht die Idee ...


Im Frühling 2006 reichte ich bei der Geschäftsleitung meiner Arbeitgeberin, der Effingerhof AG,  den Vorschlag ein, mit allen zehn Auszubildenden der Berufe Kauffrau/Kaufmann, PolygrafIn, Drucktechnologe und PrintmedienverarbeiterIn eine Projektwoche durchzuführen:


Projektvorschlag

Die Lehrlinge der EAG verbringen fünf intensive Arbeitstage zuammen und gestalten in dieser Zeit Wandschmuck (Acrylbilder oder Collagen) und Objekte oder verwandeln alte Stühle in künstlerisch gestaltete Sitzgelegenheiten. Dabei ist es wichtig, dass die Jugendlichen eigene Ideen entwickeln und mitbestimmen dürfen, was sie gestalten möchten. Sie sollen bereits bei der Planung der Projektwoche miteinbezogen werden.

Das Projekt könnte noch erweitert werden, indem die Lehrlinge in unseren Wochenzeitungen «General-Anzeiger», «Rundschau» und «Rundschau Baden Wettingen» selber mit Text und Bild über das Erlebte und Erschaffene berichten. Die Bilder und/oder Objekte könnten in unserer Cafeteria ausgestellt werden und verbunden mit einer Vernissage Familienangehörigen und Mitarbeitenden präsentiert werden. Sie könnten in Zukunft die Räume der EAG schmücken oder für einen guten Zweck versteigert werden.


Ziel

Förderung der Sozialkompetenz:

In dieser Zeit knüpfen die Beteiligten wertvolle Kontakte. Sie lernen sich von einer anderen Seite kennen und erleben Teamwork in einer ganz speziellen Form. Auf diese Weise können sie erkennen, dass wir sehr viel erreichen können, wenn wir am selben Strick ziehen und unser Bestes geben. Diese Erfahrungen sollen die Lehrlinge im Berufsalltag mit Mitarbeitenden und Kunden sowie in der Freizeit im Umgang mit Familie und Freunden umsetzen.

Förderung der Kreativität:

KOPF ­­ HERZ ­­ HAND. Ein Ausgleich zur kopflastigen Arbeit ist sehr wichtig, und die Freude am kreativen Gestalten eine grosse Bereicherung.


Die Idee stösst auf Begeisterung

Mit dieser Argumentation konnte ich die Vorgesetzten für meine Idee gewinnen. Weil in Brugg die EXPO 2006 bevorstand, entschieden wir nach eingehenden Besprechungen mit unserem Kommunikationsberater, Martin Jakob, dass die Lehrlinge die Effingerhof AG am EXPO-Stand mit ihren Arbeiten repräsentieren würden. Das Abenteuer konnte beginnen.

Träume werden wahr ...

Umsetzung

Weil die Lehrlinge an unterschiedlichen Wochentagen die Berufsschule besuchen, erledigten wir die Vorarbeiten in drei Gruppen. Gute kreative Ideen können nur dann entstehen, wenn man sich eingehend mit dem Thema, in diesem Fall den Märchen, befasst. Zwölf Märchen wurden zum Studium in Heimarbeit vorgegeben, und dann sollte zu mindestens acht Themen ein Vorschlag für die Umsetzung eingereicht werden. Die acht besten Vorschläge  wurden von Verlagsleiter Ruedi Aeschlimann, Kommunikationsberater Martin Jakob und mir zur konkreten Umsetzung für den EXPO-Stand ausgewählt.

Zu erfahren, was es braucht von der Planung bis zur effizienten Realisierung eines Projekts, war für die jungen Leute ein wichtiger Meilenstein in ihrer Ausbildung. Rund 450 Stunden arbeitete die Mann- und Frauschaft an den Sujets. Es galt zu koordinieren, sich zusammenzuraufen, Stärken und Schwächen auszuloten, Teamwork zu üben und zu erkennen, dass man vieles erreichen kann, wenn man am selben Strick zieht.

Ich möchte nicht verheimlichen, dass ich mehr als einmal an meine Grenzen stiess­. Es ist nicht einfach, einen Trupp mit all seinen jugendlichen Widerbostigkeiten auf eine Qualitätsverpflichtung einzuschwören. Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe. Mehr als 50 000 Besucherinnen und Besucher erfreuten sich während der EXPO an unseren zwei- und dreidimensionalen Objekten, denn es gab viel zu staunen, zu schmunzeln und selber spielerisch aktiv zu sein. Drei Exponate sind nun im Besitz des Kinderheims Brugg.­ Die Kinder durften als Weihnachtsüberraschung 2006 ihre Lieblingsmotive auswählen.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei der damaligen Geschäftsleitung der Effingerhof AG, den Herren Peter Wissmann und Ruedi Aeschlimann, bedanken. Sie haben stets ein offenes Ohr für neue Ideen und beweisen damit moderne, innovative Firmenführung. DANKE :-)

 

Die fertigen Werke der Lernenden

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Schneewittchen und die sieben Zwerge
Hintergrund: Acryl auf Leinwand

Interaktiv: Die sieben Zwerge bei der Arbeit. Was auf diesem Bild nicht zu sehen ist: Rechts am Baumstamm hängt ein alter Telefonhörer. Wer ihn abhebt und ans Ohr hält, hört das Lied «Bruttosozialprodukt» von «Geiersturzflug».

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Rumpelstilzchen

Interaktiv: Wer am Rad dreht, lässt Rumpelstilzchen ums Feuer tanzen.

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Tischlein deck dich

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Frau Holle
Acryl auf MDF

In den Händen hält Frau Holle ein Daunenkissen, und am Boden sind Federn verstreut.

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Die Bremer Stadtmusikanten, Version 2006: Chris von Rohr, Nina Hagen, Luciano Pavarotti und Jimi Hendrix.
Acryl auf MDF

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Der gestiefelte Kater
Acryl auf MDF

Interaktiv: Der gestiefelte Kater kann zum Fangen der Rebhühner an den linken Bildrand geschoben werden.

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Froschkönig

Märbelispiel: Die Goldkugel rollt dem Froschkönig ins Maul ...

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... und kommt hinten wieder raus.

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Das tapfere Schneiderlein

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